Tanzclub Pasewalk-Strasburg e.V.

Wenn coole Typen auf einmal handzahm werden

Nordkurier – 17.12.2011 Von unserem Redaktionsmitglied Paulina Jasmer Da geht es immer ordentlich zur Sache: Beim Tanzclub Pasewalk/Strasburg lernen Kinder, Jugendliche und Erwachsene alle Finessen des Tanzsports. Und wenn man mit diesem tänzerischen Geschick auch noch beim anderen Geschlecht landen kann, umso besser.

Pasewalk. „Wenn man tanzen kann, schindet man bei den Mädels Eindruck.“ Tom Rossow (19) lacht. Erinnerungen an vergangene Partys werden wach. Da stehen dann wirklich coole Typen an der Tanzfläche, wippen von einem Bein auf dem anderen, meist nicht im Takt und wollen beim weiblichen Geschlecht punkten. Doch wie man die holde Auserwählte übers Parkett führt, davon haben sie recht wenig Ahnung. Der 19-Jährige hingegen schon. Er ist passionierter Tänzer beim Tanzclub Pasewalk/Strasburg. In Melanie Kühn aus Jatznick hat er seit sechs Jahren eine treue Partnerin gefunden. Ein Paar, eine Einheit sind sie, allerdings nur auf der Tanzfläche. Liebe und traute Zweisamkeit peilen die beiden derzeit nicht an. „Bisher jedenfalls nicht“, fügt Tom mit einem Lächeln hinzu. Dass es für ihn als Jungen im Tanzbereich nicht immer einfach war, kann er nur bestätigen. „Man hat mit Vorurteilen zu kämpfen“, sagt er. Aber spätestens zum Abschlussball wollen auch die stärksten Kerls auf der Tanzfläche eine gute Figur machen. Und dann ist Tanzen plötzlich doch nicht mehr nur was für Weicheier. Auch Melanie schätzt die Qualitäten eines guten Tänzers. „Nichts ist schlimmer, als wenn Jungs mir ständig auf die Füße treten“, meint sie. Das Tanz-Paar gehört zur Turniergruppe des Tanzclubs, der rund 160 Mitglieder hat. Insgesamt 16 Bewegungsfreudige trainieren Woche für Woche für die guten Wettkampfplatzierungen. In diesem Jahr wurde ihr Tun von Erfolg gekrönt: Sie konnten mit der Mannschaft die Trophy 2011 an die Randow holen. Das war für den Verein natürlich eine große Sache, wie Silva Rosenow, stellvertretende Vorsitzende, sagt. Ihre vier Kinder sind bereits Vollblut-Tänzer und auch Erwachsene entdecken immer mehr den Reiz, am gediegenen Tanzbein-Schwingen. Tanztrainer Jens Habla, der alle Gruppen unter seinen Fittichen hat, ist dabei ein Garant für diesen Sport. Seine Ausbildung ist allerdings nicht gerade tänzerisch geprägt: „Ich bin staatlich geprüfter Wirtschaftsassistent. Ein Job, der mich für ein Leben im Büro verdammen würde“, sagt er. Das sei nun gar nichts für ihn. Somit unterrichtet er nun in der vierten Generation Tanzen. „Ich brauche die Musik, die Bewegung. Außerdem will ich mit Leuten arbeiten“, erklärt er seine Flucht aus dem Büroraum. Und irgendwann würden viele den Weg in seine Tanzstunden finden, meint er mit Blick auf Jugendliche. Vorher würden sie das Tanzen als affig empfinden, aber mit Mädels tanzen können, wollen viele, plaudert er aus dem Nähkästchen. Dabei ist Tanzen gar nicht so schwer. Zwei Voraussetzungen sollten die Teilnehmer mitbringen: „Sie müssen rechts und links auseinander halten und bis acht zählen können“, sagt der Tanztrainer. Dass das selbst Kinder können, zeigt unter anderem die Turniergruppe. Die Jüngsten sind neun Jahre alt. Und Schritt für Schritt führt Jens Habla seine Schützlinge, Jung oder Alt, an die Tänze heran. Tom und Melanie hat er für den langsamen Walzer begeistern können. „Klar, er ist gediegen, überhaupt nicht dynamisch, dafür aber total elegant“, urteilen sie. Beide werden bei privaten Festen immer um ein Tänzchen gebeten. „Unsere Familien sind befreundet und sie fordern uns immer auf, etwas zu zeigen“, sagt Tom. Somit hätten er und Melanie stets ihre Tanzschuhe dabei, denn dass man sie daheim gern tanzen sieht, sei eben kein Geheimnis. Doch ihre gemeinsamen Tanztage sind gezählt: Tom wird Pasewalk den Rücken kehren. Er will studieren gehen, vielleicht im Ausland. „Hier gibt es nicht die Möglichkeiten für mich“, meint er. Melanie wird er damit verlassen. Und die 15-Jährige steht zukünftig ohne Tanzpartner da. „Das ist echt traurig“, sagt sie, hofft aber, dass sich ein junger ambitionierter Tänzer findet, der auf Vorurteile pfeift und mit dem sie auf dem Parkett Spaß haben kann. Tänzerische Klasse und Präsenz beeindrucken eben wirklich jedes Mädchen. Kontakt zur Autorin des Artikels P.Jasmer@nordkurier.de

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Dieser Beitrag wurde am Freitag, 06. Januar 2012 um 09:05 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Archiv, Training abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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